Hydrogen Adige Valley eingeweiht

Finanziert durch die Europäische Union im Rahmen des Programms Next Generation EU und Life Alps zählt das Hydrogen Adige Valley samt Photovoltaikpark sowie die erweiterte und neue H2-Betankungsinfrastruktur in den SASA Betriebshöfen zu den modernsten Infrastrukturen Europas für die Nutzung von grünem Wasserstoff im öffentlichen Verkehr.

In einem internationalen Umfeld, das von geopolitischen Unsicherheiten, volatilen Energiemärkten und der Notwendigkeit einer beschleunigten Dekarbonisierung geprägt ist, gewinnt die Fähigkeit, Energie und emissionsfreie Kraftstoffe lokal zu erzeugen, strategische Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Resilienz der Regionen.

Südtirol bestätigt damit seinen entschlossenen Weg hin zu nachhaltiger Mobilität, stärkt die eigene Energieautonomie und leistet einen konkreten Beitrag zum Aufbau des Brenner Green Corridor – des europäischen emissionsarmen Korridors, der den Mittelmeerraum mit Nordeuropa entlang einer der wichtigsten Logistik- und Handelsachsen des Kontinents verbinden soll.

 

EIN PROJEKT IN REKORDZEIT UMGESETZT 

Die Hydrogen Adige Valley steht zugleich für Umsetzungsstärke und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und Unternehmen.

Die Bauarbeiten begannen am 25. Juni 2025 und wurden exakt ein Jahr später abgeschlossen – vollständig im vorgesehenen Zeitrahmen des PNRR (Nationaler Aufbau- und Resilienzplan Italiens). Dieses Ergebnis unterstreicht die technische Kompetenz, Professionalität und das Engagement aller an Planung und Umsetzung beteiligten Unternehmen. Zu den Projektpartnern zählen Strabag, Hydroalps, IIT Hydrogen, Metall Ritten, Elpo und Unionbau.

 

DIE ZAHLEN DER HYDROGEN ADIGE VALLEY 

Das Projekt umfasst eine Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff mit einer Leistung von 2 MW in Bozen Süd, die mindestens 360 Kilogramm Wasserstoff pro Tag produzieren kann. Direkt neben der Anlage wurde zudem ein eigenes Photovoltaikfeld mit einer Leistung von rund 1,5 MW errichtet, das jährlich schätzungsweise 1,89 GWh erneuerbare Energie erzeugt.

Die produzierte Energie versorgt den Elektrolyseprozess zur Herstellung von grünem Wasserstoff, der für den lokalen öffentlichen Verkehr sowie für die Wasserstofftankstellen in Bozen und Meran genutzt wird. Dadurch entsteht eine regionale, saubere und integrierte Energiewertschöpfungskette.

Darüber hinaus bringt das Projekt eine bedeutende infrastrukturelle Innovation für Südtirol mit sich: die erste Photovoltaikanlage des Landes über einem Busparkplatz. Diese Lösung ermöglicht die Erzeugung erneuerbarer Energie ohne zusätzlichen Flächenverbrauch und wird künftig auch zur Versorgung der wachsenden Elektrobusflotte beitragen.

Heute verfügt SASA über rund 50 emissionsfreie Fahrzeuge bei einer Gesamtflotte von 370 Fahrzeugen. Bis 2030 soll die Zahl auf über 120 emissionsfreie Busse steigen – durch eine Strategie, die Elektro- und Wasserstofftechnologien komplementär miteinander verbindet.

 

MEHR ALS MOBILITÄT: EINE INVESTITION IN DIE ZUKUNFT DES LANDES 

Das Hydrogen Adige Valley ist nicht nur eine neue Energieinfrastruktur, sondern eine Investition in die wirtschaftliche und ökologische Zukunft Südtirols.

Ihre Umsetzung spielt eine zentrale Rolle für die Weiterentwicklung des Brenner Green Corridor und schafft langfristig die Voraussetzungen für den Einsatz von Wasserstoff auch im Güterverkehr und in der Logistik entlang einer der wichtigsten europäischen Handelsachsen.

Dank der Erfahrungen aus mehr als zehn Jahren Wasserstoffnutzung im öffentlichen Verkehr bestätigt Südtirol seine Rolle als europaweit anerkanntes Innovationslabor, das Nachhaltigkeit in einen konkreten Wettbewerbsvorteil, höhere Lebensqualität und regionale Entwicklung verwandelt.